Matti in Balneario Camboriu

Für die Informationen und Lageberichte von zwischendurch von meinem Auslandsjahr in Balneario Camboriu, Santa Catarina, Brasilien

Saturday, December 03, 2005

DAEEEEE!!! [wow, den Artikel habe ich jetzt schon 2X verlängert seitdem ich ihn veröffentlicht habe]

Da bin ich wieder. In der letzten Zeit habe ich kein einziges Foto gemacht. Das macht mir jetzt die Arbeit leichter, da ich keine Bilder hochladen muss. In sofern muss ich nur ein bisschen was schreiben:

In der letzten Zeit war ich nur auf Achse. Die Ferien haben begonnen und ich muss nur Montag noch einmal zur Schule um das Zeugnis abzuholen, nachdem ich jetzt schon eine Woche Ferien habe. Diese Woche wurde auch fleissig genutzt um einige churrascos zu veranstalten, Filme zu sehen, schwimmen zu gehen in den Pools von nen paar leutz hier und noch einmal mit Jacke zum Deutschunterricht zu gehen. Da musste ich dann das politische Geschehen des letzten halben Jahres beschreiben. Keiner hats verstanden, aber der Lehrer war glücklich.

Und heute habe ich herausgefunden, waumr die Brasilianer so verdamnmt gut über die deutsche Fussball Bundesliga und deren Teams informiert sind. Das liegt daran, dass hier auf ESPN BRASIL (sowas wie DSF in Brasilien) öfter auch mal Spiele der DFL live gezeigt werden. Heute z.B. Stuttgard-Bayern. Währenddessen wurden auch immer wieder braf die (Zwischen-)Ergebnisse der anderen Spiele durchgegeben.

Ansonsten bin ich heute noch in so eine Parade rein geraten, die den Anfang der Sommersaison feiert. Ich wollte eigentlich nur mal kurz den Rotariern, die da mitgelaufen sind einen Höflichkeitsbesuch abstatten und hatte dann auch schon nen kleines Banner in der Hand, von dem ich nicht mehr los gekommen bin.

Ausserdem ist die sowieso schon hohe Polizeipräsenz noch einmel stärker geworden. Das ist irgendwie komisch, wenn man alle 20 m an ein oder 2 Polizisten vorbeiläuft, die in Kugelsicheren Westen stecken und von denen 70% die Hand die ganze Zeit an der Schusswaffe haben. die restliche 30% haben die Hand jedoch immer in der Nähe dieser. Auch die Knaben, die Geld von Automaten abholen sind in der Hinsicht nicht ganz geheure. Die sind immer zu dritt. 2 sichern ab und der dritte trägt das Geld. Dabei stecken auch diese drei in Schusssicheren Westen und die sichernden beiden immer mit Hand an der Waffe. Der dritte versucht das auch immer zu bewerkstelligen. Das letzte Mal, dass ich so einen Trupp gesehen habe (umm genau zu sein gestern) war der dritte jedoch nicht "nur" mit Schlagstock und Pistole bewaffnet, sondern hat mit einem Gewehr am Wagen gestanden, um den kleinen Gang zwischen der Mauer und dem Geldautomaten zu sichern, damit die beiden anderen da auch unbeschadet rauskommen können, falls etwas passiert. Das Problem war, dass zwischen dem Knaben mit dem Gewehr und dem Haus nur zwei bis drei Meter platz waren und der jeden einzeln anzuviseren schien, der zwischen ihm und seinen Kameraden durch lief.

Ausserdem gibt es hier tausende verschiedene Arten von Polizei. Eine davon, die generell auch von der Uniform her noch mehr dem Militär ähnelt als die anderen Typen, nennt sich "Gruppe der taktischen Antwort". Und da hier auch immer auf den grösseren und von den meisten Passanten belaufenen Strassen, der Avenida Atlantica und der Avenida Brasil, im Abstand von 5-10 Minuten immer ne Polizeistreife vorbeikommt, sind die halt auch mal dabei. Auch bei der Polizei gilt, wenn sie Personen inspiziert: Mindestens einer sichert mit gezogener Waffe.

Die Avenida Atlantica führt direkt am Strand entlang. Wer einmal ein Bild von der Copa Cabana gesehen hat, weiss jetzt, wie er sich das vorstellen muss (Das Gebiet am Hauptstrand wird zwischendurch als "kleine Copa Cabana" bezeichnet). Das Wichtige an diesem Satz ist, dass der Strand nachts mit Flutlicht sher gut ausgestrahlt ist. Ich weiss allerdings immernochnicht, ob das in Sachen Sicherheit ein gutes oder schlechtes Zeichen ist. Im allgemeinen gilt die "Atlantica" jedoch als sicher. Ab der "Brasil" sollte man abends aufpassen und am besten garnicht sprechen oder nur Portugiesisch.

Das wars dann mal mit den Sicherheitstipps hier aus der Stadt und den Erleuterungen, wie hier für Sicherheit gesorgt wird. Und für diejenigen, die mir aufgetragen haben zu zählen: Ich bin in meinen knapp 4 Monaten hier noch kein Mal überfallen worden. Irgendwer hier hat mich dass im übrigen letztens auch gefragt........hat komisch geguckt, als ich kein Mal geantwortet habe........ausserdem hat Fabio (ganz rechts auf dem Bild vom praia Estaleiro) feierlich erklärt, dass mich keiner mehr "gringo" (Ausländerallerdings hier in der Regel für Argentinier genutzt, weil es davon im Sommer (z.B. jetzt) verdammt viele gibt und die keiner leiden kann hahaha, aber im Grunde heisst es Ausländer. Ist halt Umganssprache. Aber es ist schon ziemlich heftig, wie viele Argentinier hier im Moment rumlaufen. Man hört fast mehr Spanisch als Portugiesisch. Das lustige daran ist, dass ich den Grossteil davon auch verstehe :) Die Sprachen sind sich doch verdammt ähnlich) nennen darf. Ich wäre jetzt ein Brasilianer. hahahahahaha. Aber irgendwie hat er auch Recht. Ich habe hier inzwischen eine zweite Heimat gefunden. In meinem brasilianischen Lebensstil ist zwar noch ein leichter deutscher "Akzent" drin und in der Sprache ist dieser sogar noch ein bisschen grösser, aber alles in allem habe ich hier ein neues Zuhause gefunden. Neue Freunde, eine neue Umgebung und - was wahrscheinlich das wichtigste ist - eine neue Familie. Schade ist nur, dass die Regeln von Rotary sagen, dass man die Familie wechseln muss. Das wird dann im Januar der Fall sein. Ziel: weitgehend unbekannt. Ich werde dahin nächsten Dienstag einen Besuch abstatten. Jetzt tut sich nurnoch ein Problem auf: Irgendwann muss ich zurück nach Deutschland. Irgendwie will ich auch wieder zurück, mal so all die leutz wieder sehen und so, aber eigentlich will ich auch einfach hier bleiben. Caralho [das übersetz ich jetzt mal nicht, damit gutgläubige Eltern nicht noch einen schlechten Eindruck davon haben, was ich hier so an Portugiesisch lerne ;)]. Das ist ne zerreisprobe.

Irgendwer hat einmal nach einem durchgehenden Jahresaustausch gesagt:"Jetzt bin ich in der Welt zu Hause". Irgendwie stimmt das. Man hat hinterher 2 Orte, die man sein Zuhause nennt. Das Gastland und das Heimatland. Ausserdem lernt man häufig ganz besondere Freunde kennen: Andere Austauschschüler, die sich über die ganze Welt verteilen. So wird man überallhin, wo ein Austauschschüler, der mit einem das Jahr durchlebt hat, sein "anderes" Zuhause hat, eingeladen. Das heisst, dass es eines Tages für mich eine kleine "Weltreise"geben wird. Die führt dann durch diverse Staaten der USA, wie z.B. Ohio oder Hawaii, nach Mexiko, Australien, Neuseeland,.....Ausserdem haben wir hier ja auch noch 3 Belgier und 3 weitere Deutsche. Da wird ein Treffen einfacher ;)

So das war dann auch schon der erste Bericht so aus "Mitten der Ferien". Ich habe jetzt auch keinen Portugiesischunterricht mehr, weil meine Family nicht mehr bezahlen möchte, weil sie meinen ich würde jetzt gut genug sprechen.

Faaaaaleu

Matthias

0 Comments:

Post a Comment

<< Home