Matti in Balneario Camboriu

Für die Informationen und Lageberichte von zwischendurch von meinem Auslandsjahr in Balneario Camboriu, Santa Catarina, Brasilien

Saturday, May 27, 2006

Bom dia, como é que vai sua tia?!

Ich hab meine faule Phase überwunden und mich wieder einmal dazu durchgerungen zu schreiben.
Den Anfang macht die grosse Reise: Kurz nach dem ich den letzten Eintrag eingetragen habe, gings los. Zuerst in unsere Hauptstadt Brasília/DF. Zu Brasília muss man sagen, dass sie als Hauptstadt gebaut worden ist und insofern alles super durchgeplant ist. So findet man Hotels nur im Hotelviertel, Banken nur im Bankenviertel, Läden nur im Lädenviertel, Wohnhäuser nur im Wohnhäuserviertel,........ und dann gibt es halt noch das politische Zentrum mit all den Ministerien und den Tagungs und Abstimmungsräumen. Eine kleine Anmerkung des Autors an dieser Stelle ist, dass alles, was ausserhalb des "Regierungsviertels" liegt unglaublich vernachlässigt und "dreckig" ist. So sieht man dort kaum eine Wand die nicht durch Sprayer "verschönert" wurde...
Nach dem Regierungsviertel ging es zurück zum, im übrigen sehr schönen, Flughafen (mit einem kleinen Umweg durch das Botschaftenviertel). In dem wir ein paar Stunden auf den weitertflug warteten.


Der Flug führte uns nach Manaus/AM, mitten in die floresta amazônica. Dort kamen wir gegen Mitternacht an und es ist schon erstaunlich wie warm es um diese Uhrzeit dort immernoch war und vor allem wie schwül! Aber viel bekamen wir bei diesem ersten Eindruck von der Stadt nicht zu sehen, sondern fuhren nur zum Hotel (in dem im übrigen schon allerhand grössen wie Michale Jackson abgestiegen sind) und gingen schlafen. Das dumme an diesem Hotel war nur, dass es zwar nicht sehr hoch, aber doch flächenmässig gross war. So haben wir (ich, Fernando [Mex] und Tory [Can]) uns am nächsten morgen prompt mächtig verirrt, als wir auf der Suche nach dem Frühstück waren. Nach dem (gehetzten) Frühstück ging es dann in die Stadt um sie ein wenig besser kennen zu lernen. Erst einmal zum Theater und später zum Hafen. Dort haben wir einen ersten Eindruck von den Wassermassen des Amazonas bekommen, als wir einen Blick auf den Rio Negro warfen und kaum das andere Ufer sehen konnten!
Irgendwann kamen wir dann wieder im Hotel an, nutzten ein wenig die verschiedenen Badegelegenheiten (u.a. eine mit Blick auf den Rio Negro und einem wunderschönen Sonnenuntergang), bevor es los ging, zum Bau Bumbá. Bau Bumbá wird manchmal auch der Karneval des Noedens genannt und ist Musik mit einer festgelegten Koreographie. Beides hat starke indianische Einflüsse. Während des Festivals werden auf der Bühne die Musik gespielt, gesungen und gleichzeitig vorgetanzt, sodass man einen Anhaltspunkt hat.


Am nächsten Tag sollte der beste Teil der Reise starten: 3 Tage auf einem Boot auf dem Rio Negro! Früh morgens ging es los. Wir zogen vom Hotel aufs Boot. Mit dem Bot fuhren wir erst zum "encontro das águas", dem Punkt, an dem sich der hellbraune Rio Amazonas und der pechschwarze Rio Negro treffen. Danach ging es weiter auf dem Rio Negro. Zwischendurch haben wir noch ein paar Ausflüge durch die Bäume gemacht, in kleineren Booten. Bei dieser Gelegenheit hat unser Führer (im übrigen ein Indianer) ein Faultier in einem Baum erblickt und sich dazu entschlossen dieses herunterzu holen :). Abends haben wir uns dann im dunkeln miten auf dem Rio Negro Geschichten aus dem Leben und der Sagenwelt der Amazonasindianer angehört. Die Nacht schliefen wir in Hängematten auf dem grossen Boot :D. Am nächsten Tag ging es zu Fuss durchs Gehölz. Dort hat uns Satirê (unser Führer) mit ein paar Heilpflanzen vertraut gemacht. Dies machte er jedoch nur unter einer Bedingung, man musste sie probieren. Fazit: Es gibt nun mal keine einzige Medizin, die wirklich gut schmeckt. Abends haben wir einem "Indianerdorf" einen Besuch abgestattet und mit den Einwohnern ein bisschen Fussball gespielt und gesprochen.
Zwischendurch ging es immer mal wieder zum abkühlen in den Rio Negro. Und jedes mal, das wir rausgekommen sind, sahen wir alle aus, als wenn wir aus dem Sonnenstudio kämen. So schwarz ist das Wasser. Eine Dusche und jeder war wieder so weiss wie vorher..:(
Den nächsten Tag verbrachteauf dem Boot. Ich hab mir irgendwie ein Mixtur aus allen möglichen aAlltagskrankheiten eingefangen und hab es noch nicht einmal hinbekommen vernünftig zu sitzen. Erst abends, als wir das Schiff wieder verlassen haben kam ich halbwegs wieder zu kräften...An diesem Abend ging es weiter nach Presidente Figueiredo. Diesmal per Bus.


Den ersten Tag in Pres. Fgueiredo/AM habe ich wieder grösstenteils liegend hinter mich gebracht. Morgens ging es auf eine Wanderung und ich war immer noch nicht wieder ganz bei Kräften. Mittags sollte es für mich dann wieder normal weiter gehen. Es war eigentlich nur eine kleine Fahrt mit nem Bus und nach ein bisschen schwimmen in nem Fluss. Das Resultat für mich war, dass es erst ins Hotel und dann auf direktem Weg ins örtliche Krankenhaus ging, wo die ärzte nicht mehr wussten wohin mit mir, denn genau an dem Tag war dort die Hölle los.Im Endeffekt hing ich dort einige Stunden am Tropf und liess einen Vitamincocktail in mich reinlaufen. Aber das hat sich gelont. Am nächsten Tag war ich wieder topfitt dabei. Und es ging auch schon wieder weiter: Nach Fortaleza, an die Küste.


In Fortaleza/CE ging es zuerst zur "praia do futuro", einem recht schönen Strand, an dem es sich gut aushalten liess, und an dem wir angefangen haben Unmengen "água de coco" zu trinken. Água de coco ist so etwas wie cocosmilch, nur halt dass die frucht noch nicht sooo reif ist und die Milch noch "Wasser" ist. Nch einer Citytour ging es dann zurück zum Hotel. Dort bereiteten wir uns auf eine lange Nacht vor, denn der nächste Flug sollte erst sehr früh morgens losgehen. Die Zeit haben wir mit einem Besuch in einem Forró-lokal überbrückt (Forró ist ein in Brasilien recht bekannter Musik-/Tanzstil). Und weiter gings nach Recife/PB.


Recife, im übrigen nach den Riffen vor der Stad benannt, wurde der erste Tag kurzerhand zum Ruhetag erklärt. Am folgetag guckten wir uns zuerst die Stadt ein bisschen genauer an. Später ging es dann in die Nachbarstadt Olinda, ein anschaulisches Städtchen mit vielen Klöstern und vielen kleinen Gässchen. Der Folgetag wurde wieder am Strand verbracht. Jedoch nicht in Recife selbst, sondern am wunderschönen Strand von Porto de Galinhas, wo wir noch einen näheren Blick auf die Riffe geworfen habe und uns mit ein paar Fischschwärmen im Wasser tummeln konnten. Kurz darauf ging es nach Natal/RN


Natal, das im übrigen Weihnachten heisst, hat eine Berühmtheit: Seine Dünen. Und diese kann man mit Hilfe von Buggys erkunden. Einen ganzen Tag haben wir in diesen unter sängender Sonne verbracht. Es macht einfach unglaublich spass! Ausserdem gibt es in Natal/RN einen der Flächenmässig grössten Bäume der Welt zu sehen (die Krone hat eine Fläche von 10.000m²!). Am nächsten Tag ging es dann nochmal auf eine Stadtbesichtigung.


Der nächste Halt war Lençóis in der so genannten chapada diamantina, einem ehemaligen Diamantensuchzentrum. Dort haben wir sehr viele Wanderungen gemacht, die normalerweise bei Wasserfällen endeten, die zum Baden einluden, natürliche Wasserrutschen bildeten oder "make-up-erde" zu bieten hatten. Ausserdem wanderten wir durch eine einfach nur wunderschöne Landschaft!


Der letzte Teil der Reise war Salvado/BA, die Stadt, in der 365 Tage im Jahr Karneval ist. Dort haben wir uns vor allem die Stadt angesehen. Die Strassenverkäufer dort zählen im übrigen zu den dreistesten der Welt!


Und dann ging es auch schon wieder heim. Zuerst zur Distriktkonferenz nach Florianopolis [bei der ich die deutsche Fahne am ersten Tag hereintragen durften :)] und dann ging es zurück.

Und damit fing das normale Leben wieder an...Ich hab herausgefunden, dass ich unter den besten 10 Schülern der gesamten Jahrgangsstufe bin (immerhin 300 schülerInnen)...:) Wie, erzähl ich irgendwann mal...

Der Herbst hat im übrigen angefangen....es ist manchaml tierisch kalt und manchaml (so wie heute) weder sehr warm....

Letzte Neuigkeiten sind noch, dass ich mienen Rtary-vortrag nach angaben der Rotarier mit bravr gehalten habe und dass letzte Woche ein Rotaryer meinte, ich würde noch einmal die Familie tauschen. So bin ich seit einer Wochen in einer Familie Marx (mein Gastvater spricht Deutsch und seine Mutter hat nie Portugiesisch gelernt) und wohn wieder am Strand :) Der einzige Nachteil ist, dass ich jetzt recht weit von der Schule weg wohne und jeden Tag um 6:15 morgens aufstehen muss =/... ¨


gehabt euch wohl. In weniger als 2 Monaten gehts wieder zurück....


Bis denne

Matthias

0 Comments:

Post a Comment

<< Home